Brettspiele – der Gegenpol zu unserem digitalen Leben

19.11.2016 08:06 von Daniel



Digitale Welt Geht es euch auch so? Wir verbringen immer mehr Zeit in der digitalen Welt. Unsere Lampen beginnen morgens durch eine App programmiert zur richtigen Zeit zu leuchten. Wir stehen auf und machen das Internet Radio an. Die Zahnbürste wird per App auf dem Smartphone überwacht. Die Kaffeemaschine brüht schon den Kaffee bevor wir in der Küche waren. Dies sind alles Dinge die uns das Leben einfacher, angenehmer, bequemer machen.

Die Welt dreht sich gefühlsmäßig schneller… alles wächst enger zusammen. Wir sind ständig und immer miteinander vernetzt. Immer unter Anspannung. Wir arbeiten mit dem Computer, lesen unsere Zeitung auf einem Bildschirm. Wir telefonieren nicht, wir schreiben Textnachrichten und senden Sprachnachrichten. Jeder Teil unsers Lebens wird fotografiert, dokumentiert, geteilt und archiviert. Unsere Währung sind Likes, Klicks und nette Worte von Freunden.

Small World

Und wir spielen immer mehr! Ist euch das auch aufgefallen? Spielekonsole, Computer, Handy, Tablet, Smartphone wir spielen zu jeder Gelegenheit. Selbst die Eltern spielen, und es waren die, die in meiner Jungendzeit den Amiga (Spielecomputer) verteufelt haben.

Kompass

Und wo sind unsere geliebten Bretter und Karten? Die erleben einen wahren Boom. Totgesagte leben länger, so ein Sprichwort. Videos haben das Radio nicht getötet. Die Schallpatte wird immer beliebter und auch Brettspiele erleben einen wahren Boom in den letzten Jahren und das sieht man nicht nur bei der Spielemesse, die jedes Jahr einen neuen Besucherrekord aufweist. Aber warum? Das hat viele Gründe.

Klar, moderne Brettspiele sind so vielfältig wie nie zuvor. Es gibt für jedes Thema, jeden Spieltyp, jedes Alter, jeden Strategen… ach es gibt einfach so so so viele unglaublich tolle Spiele.  Aber es gibt auch ein paar andere Gründe:

  1. Soziale Netzwerke eröffnen neue Möglichkeiten mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten. Ihr kennt das auch, oder? Man würde gern spielen, aber keiner da der Zeit hat. Alleine spielen ist nicht ganz so toll. Also, ab in eine Facebookgruppe. Wenn ihr aus Köln und Umgebung kommt, dann kann ich euch die Kölner Brettspielgruppe sehr empfehlen. Auch für eure Region gibt es bestimmt eine gute Gruppe.

    Zaubertrank Potion Explosion
     
  2. Spiele werden einfach immer besser! Sie erzählen Geschichten, wecken Gefühle. Das ist ein Trend den wir voraussichtlich in den nächsten Jahren noch verstärkt sehen werden.


     
  3. Spiele sind cool… sie sind Geeky und man muss sich nicht verstecken, wenn man Brettspieler oder Sammelkartenspieler ist. Nicht ohne Grund spielt im ZDF Johannes B. Kerner mit Kindern und Promis am Samstagabend zur Prime Time Spiele bei "Das Spiel beginnt!"! Spielen ist Mainstream. Und nein, es muss nicht immer Monopoly oder Mensch ärger dich nicht sein.


     
  4. Spiele sind sozial. Auch wenn wir so viele Kommunikationsmöglichkeiten wie nie zuvor haben, werden die Menschen einsamer. 200 Facebookfreunde aber immer weniger echte.
    Menschen werden einsamer. Es gibt immer mehr Singlehaushalte und die sich veränderten Lebensbedingungen der modernen Welt fördern Einsamkeit, so einer Befragung der Mental Health Foundation. Durch Spieletreffs und Spielegruppen entsteht ein neuer sozialer Raum der auf anderen Seiten abnimmt.


     
  5. Offline gehen. Es mag banal klingen, aber viele wollen einfach mal abschalten. Etwas Analoges machen, etwas was man anfassen kann und dennoch Spaß dabei haben. Sind da Gesellschaftsspiele nicht das ideale Medium? Ausbrechen aus dem Alltag und in eine neue Welt eintauchen. Ob es nun als Detektiv, Superheld oder Stadtbauer oder sonst eine Rolle ist… Man kann abschalten. Den stressigen Tag vergessen.
     

 Ihr habt noch mehr Gründe, die wir nicht aufgeführt haben? Dann schreibt uns einfach. Wir freuen uns über eure Anregungen.

 



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